02. Januar 2015

Weihnachten unter Kameras

Gutes neues Jahr!

Kurz vor Weihnachten bekam ich die Aufgabe, die Überwachungskameras wieder in Gang zu setzen, die die zwei Büros und zwei Eingänge in den Bürobereich überwachen, seit es einmal zu einem bedeutenden Diebstahl gekommen war.

Endlich wieder etwas mehr zu tun!

Während also überall die Weihnachtsbäume geschmückt wurden, begann ich mir Gedanken zu machen, wie ich die Kameras aktivieren könnte. Und wie man ein paar Türen mit Fingerabdrucklesern ausstatten könnte, denn das hätte unser "Präsident" gerne.


Weihnachtsschmuck bei uns und bei anderen nicht ganz durchschnittlichen Georgiern.

Weihnachten feierten wir Freiwilligen in Ruhe und relativ unter uns uns. Am 25. machten wir bei sommerlichem Wetter einen Spaziergang zu einer Burgruine, und gingen Abends nach Telavi essen. Für die Georgier ist Weihnachten ja erst am 7. Januar, nach dem grossen Neujahrsfest.

Dann ging es wieder an das Sicherheitssystem. Glücklicherweise funktionierten die Kameras alle, sie brauchten nur Strom. Nach einigem hin und her beschloss ich schliesslich, das ganze Linux-basiert zu machen, dann kann man ZoneMinder verwenden, eine Überwachungskamera-Software, die ich nach bisheriger Erfahrung nur empfehlen kann...

Als es langsam auf das grosse Neujahrsfest zuging, liefen die Kameras halbwegs, so dass ich mich nahe des Weihnachtsbaumes nicht mehr wohlfühlte, weil ich den Eindruck hatte, beobachtet zu werden, obwohl ich bisher der einzige bin, der weiss, wie man an die Aufnahmen kommt. Am 27. abends veranstalteten wir eine Disco, die in den Genuss frisch aktivierter Überwachung kam.


Ein Bild der Überwachungskamera von der Disco.

Am 28. gingen wir in Tbilisi in eine Ballett-Aufführung, der Nussknacker, Playback. Am nächsten Tag ging ich auf den "Weihnachtsmarkt", wie man den Basar vor lauter Plastikweihnachtsbäumen, die, nach ihrem Aussehen zu urteilen, grösstenteils aus Abfall einer Abwaschbürstenfabrik gemacht sind, jetzt nennen kann und versuchte einen Transformator zu bekommen, der den Kameras bei Nachtaufnahmen etwas mehr Energie geben sollte. Das erwies sich aber als etwas schwierig:

"Ich brauche einen Tansformator mit 12 Volt" - "Wie?" - "[nochmal]" - "Sprechen sie Englisch?" - "ja, ich brauchen einen 12 Volt Transformator" - "Transformator?" - "Ja, so ein Ladegerät" - "Hm, ja, von dem 12 Dings haben wir nichts, da können Sie wohl in ganz Georgien suchen, und sie finden nichts von dieser 12 Firma" ... (oder so ähnlich).

Am Silvesterabend gab es wieder Tanz, vor der Kamera, dann um 12 Uhr etwas Feuerwerk und schliesslich kam der lang erwartete "თოვლის პაპა" (Towlis Papa, Schneegrossvater bzw. Weihnachtsmann), und brachte Geschenke. Und die Kamera lief. Leider hatte er die Schuhe von Karsten an, was die Kinder natürlich gleich bemerkten. Das sieht man auf den Aufnahmen aber nicht. Später wurde noch getrunken und Früchte und Süsses gegessen.


Wer sieht mehr, თოლის პაპა (oben links, unter dem Datum) oder die Kamera?

So begann das neue Jahr.

Und die Kamera läuft...

... Und die Zeit auch. Mein 2015 ist übrigens voraussichtlich drei Stunden länger als das der meisten Menschen! Welch ein Gewinn!

In diesem Sinne, alles Gute, und nicht zu viel Überwachung im neuen Jahr!

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