24. Mai 2015

Sensen und Klangliegen

Hier wächst jetzt alles wie verrückt, auch das Gras im Garten. Der Backofen Kachetien wird eben gerade heftig aufgeheizt und alles darin geht auf. Einigen Regen hatten wir in der letzten Zeit auch, dann war es plötzlich wieder kühl.

In einem Garten hatten Colin und ich ein paar Tage lang mit der Sense zu mähen, um die Beete und Wege aus dem hohen Gras herauszuschälen, während die anderen einfach gepflügt wurden. Jetzt wird alles duchgehackt und fleissig gepflanzt und gesät, oder auch schon gejätet und aufgelockert. Verschiedene Kräuter, Tomaten, Randen, Zucchini, Zwiebeln, Knoblauch, Bohnen und, nicht zu vergessen, Gurken im Gewächshaus, die schon gerade reif werden.


Gras kann unglaublich schön sein, nur sieht man das auf dem Bild schlecht.

Eine andere Sache, an der wie arbeiten, ist ein Klangliege. Ein zwei Meter langes Monochord mit 40 Saiten, das quasi auf dem Kopf auf Füssen steht, so dass ein Mensch auf dem Klangkörper liegen kann, während ein anderer von unten spielt.

Jeden Sonntag, wenn die Angestellten nicht arbeiten, sind wir in der Werkstatt mit dem Ding beschäftigt. Wir haben einen Kasten mit innen zwei Verstärkungen und drei Schalllöchern gebaut. Die Platten an Kopf- und Fussende von innen auch verstärkt und dann auf der einen Seite Wirbel vom "Ersatzteillager"-Klavier hineingedreht, auf der anderen Seite Nägel ohne Kopf, die wir zufällig gefunden haben, hineingeschlagen.


Die Wirbel...

...und der Rahmen vor dem Zukleben

Jetzt wird das ganze noch einmal abgeschliffen und dann auf Beine gestellt. Der letzte Schritt ist dann der interessanteste. Vor einer Hochgeschwindigkeitskamera (für Zeitlupenfilme), werden die Saiten aufgezogen. Die Kamera dient der späteren wissenschaftlichen Analyse der Brecheigenschaften eines Körpers von zwei Metern länge und zwanzig Zentimetern statischer Höhe unter einem Zug von ca. 4 Tonne.

Genauer gesagt hoffen wir einfach, die Saiten auf einen gut klingenden Ton stimmen zu können, vor allem weil wir hier keine geeignete Kamera haben, das Sicherheitssystem macht nur drei Bilder pro Sekunde, wir bräuchten mindestens zwanzig mal so viel, wenn wir den Kasten zerbrechen wollten.


Auch unsere Arbeiter putzen sich die Zähen, und Leim als Zahnkreme flickt gleich alle Löcher (links ein Pinsel in Wasser, dann die Zahnbürste der Schreiners in leimigem Wasser, rechts Leim mit Pinsel).

Bei den herrschenden Temperaturen kann man unmöglich den ganzen Tag im Garten arbeiten, ausserdem wäre mir das dann doch zu langweilig. Alle Unterrichtsstunden gehen also weiter wie bisher. Meiner Ansicht nach sind die sowieso wichtiger, denn die Gartenarbeit könnte grösstenteils auch jemand von den Betreuten mehr oder weniger selbstständig machen...


Der Bär meiner Englischschülerin musste auch mal in meinem Bett schlafen.

Öfters beteilige ich mich auch an den Bastelstunden der anderen Freiwilligen mit den Betreuten, da entsteht unter anderem ein Puppenhaus aus Pappmaschee.


Das hat zwar weder mit dem Puppenhaus noch mit der Klangliege etwas zu tun, aber so sehen georgische Sonnenblumen aus.

Ausserdem gibt es wieder einige Weinveranstaltungen, an denen unser Wein sehr gut ankommt. Wenn Sie auch gerne mal Bio Quevri Wein trinken wollen, wenden Sie sich an +995 591 633 633.

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